Haecker-Preis ist nicht verhandelbar

26.02.2020
 
Die Esslinger Grünen reagieren mit Unverständnis auf die jüngsten Diskussionen zur Verleihung des Esslinger Haecker-Preises. Bei der CDU, den Freien Wählern und der FDP ist in der vergangenen Woche bei der Generaldebatte zum Haushalt der Ruf lauter geworden, den internationalen Menschenrechts-Preis abzuschaffen.
Wir leben in sehr unruhigen und schwierigen Zeiten, in denen man Menschen nicht hoch genug wertschätzen kann, wenn sie sich für andere Menschen,den Schutz der Umwelt, für Freiheit und ein friedliches Miteinander einsetzen. Deshalb ist es absurd und für uns absolut unverständlich, dass der Haecker-Preis nun zur Diskussion stehen oder im Haushalt gegen andere Vorhaben ausgespielt werden soll“, betont die Chefin der Grünen im Gemeinderat Carmen Tittel. Der Kampf für Menschenrechte sei nicht verhandelbar.
Auch den SPD-Vorstoß einer Umwidmung in einen nationalen Preis lehnen die Grünen ab: „Wir haben sicher nichts gegen eine Erweiterung des Haecker-Preises, wollen aber nicht, dass er allein auf nationale Preisträger eingeschränkt wird“, so Tittel.Anstatt zu lamentieren, der Preis habe zu wenig Strahlkraft, solle man sich lieber überlegen, wie man die Bekanntheit der Auszeichnung stärken und erhöhen könne. „Einmal ganz davon abgesehen, dass wir nicht verstehen, wie man die Strahlkraft des Preises messen will, ist es doch wichtig, dass wir in Esslingen zeigen, dass uns diese globalen Probleme beschäftigen und wir bei uns auch dafür eine Verantwortung tragen und handeln. Anscheinend sind diese Gedanken einigen Kollegen im Gemeinderat eher fremd“, bekräftigt Tittel.Die Auszeichnung schütze auch Menschen, die sich oft unter Einsatz ihres Lebens in ihrer Heimat für Menschenrechte einsetzten. „Solche mutigen Menschen verdienen unseren Respekt. Diesen Preis abzuschaffen, wäre in der heutigen Zeit das falscheste Signal, das man überhaupt setzen kann“, so Tittel abschließend.In diesem Jahr bekommt Rugiatu Neneh Turay aus Sierra Leone den Preis für ihren Kampf gegen die in ihrer Heimat weiterhin legale weibliche Genitalverstümmelung.