Verkauf des alten ZOB schwerer Fehler

Pressemitteilung 10. Oktober 2018

Gegen die Stimmen der Grünen Gemeinderatsfraktion hat der Rat am vergangenen Montag den Verkauf des mehrere Jahre brachliegenden alten ZOB beschlossen. Hier sollen in Zukunft Mikro-Appartements entstehen. Ein schwerer Fehler, wie die Fraktionsvorsitzende Carmen Tittel meint: „Auch wenn ich lange nachdenke – mir ist keine Stadt bekannt, die ihre zentrale Fläche, ihr Filetstück, derart ohne jegliche Vision an einen Investor verschachert. Das ist ein Offenbarungseid und eine komplette Fehlanzeige, was eine nachhaltige Entwicklung für unserer Stadt angeht.“

Im Vorfeld hatte die Grüne Gemeinderatsfraktion gleich drei Anträge für eine alternative Beplanung und Nutzung der wertvollen Fläche gemacht und versucht, das Steuer noch einmal herumzureißen. Doch nun seien ohne städtebauliche Weitsicht vollendete Tatsachen geschaffen worden. „Wir hätten gemeinsam eine Idee für eine gute Lösung entwickeln müssen und dann einen Investor suchen sollen, der diese auch umsetzt. Hier ist es leider umgekehrt geschehen, und der Investor entwickelt die Fläche nach seinem Gewinnmaximierungs-Prinzip“, kritisiert Tittel die Entscheidung.

Auch der Ortsvorstand der Grünen Andreas Fritz deutet die Entscheidung als vertane Chance für eine gute Stadtentwicklung: „Wir wollten doch eigentlich eine Aufwertung des Platzes vor dem zu planenden Gebäude, um dadurch die Aufenthaltsqualität für die Bürgerschaft und die ankommenden Gäste unserer Stadt zu verbessern. Mir ist als gelernter Stadtgeograf nicht bekannt, dass Mikro-Appartements ein geeignetes Mittel sind, um einen Stadteingang aufzuwerten und attraktiv zu gestalten.“ Das Gegenteil sei der Fall: Eine Konzentration von Mikro-Appartments an dieser Stelle schwäche den Eingangsbereich der Stadt und lasse eine mittelfristig negative Stadtentwicklung an dieser Stelle befürchten.