Lindlohr diskutiert mit Landtagspräsidentin Aras

 22.3.17

„Es ist meine Aufgabe, den Landtag den Menschen näher zu bringen, denn die Bürgerinnen und Bürger haben die Verantwortung, wie sich das Parlament zusammensetzt“, sagte Landtagspräsidentin Muhterem Aras im vollen Bürgersaal des Alten Rathauses. Dort führte im Rahmen der Frauenwochen die Esslinger Landtagabgeordnete Andrea Lindlohr einem mitreißenden Dialog mit Aras, den der Ortsverband der Grünen organisiert hatte.

"Wir sind Ende der siebziger Jahre hier angekommen und waren sehr neugierig. Die Deutschen haben uns offen und mit Respekt angenommen“, berichtet Aras. Als hierzulande Anfang der neunziger Jahre Asylunterkünfte brannten, begann sie sich bei den Grünen politisch zu engagieren.

Lindlohr zeigte sich verwundert darüber, wie sich anscheinend die politische Lage in der Türkei in diesem Maße auf das Zusammenleben in Deutschland auswirke. „Menschen werden bei uns eingeschüchtert und es wird Druck ausgeübt. Erdogan-Kritiker haben Angst, ihre Meinung frei zu äußern“, stellte Aras fest. Erdogan betreibe eine Spaltung der türkischen Community in Deutschland. „Er hat die Presse gleichgeschaltet und führt das Land in eine Diktatur“. Sie wünsche sich, dass Vertreter AKP-naher Institutionen in Deutschland sich von den Nazi-Vorwürfen des türkischen Präsidenten klar distanzierten.

Ihr Amt als Landtagspräsidentin empfindet Aras als „das schönste Amt, das es gibt“: „Unsere freie und liberale Gesellschaft ist kein Selbstläufer. An unseren Werten darf nicht gerüttelt werden.“

Oberstes Gebot für sie als Landtagspräsidentin seien Fairness und Respekt: „Ich darf mich in meinem Job nicht provozieren lassen und habe die Aufgabe zu schauen, dass die Debatten im Landtag würdevoll laufen. Schließlich haben wir eine Vorbildfunktion für die Menschen, die uns als Volksvertreter gewählt haben.“